Wie wir in weniger als 2 Jahren über 10 Mio € auf Amazon umgesetzt und monatlich 5-stellige Kommissionen über das Affiliate Programm generiert haben (und warum ich das so nicht mehr machen würde)

This post is also available in: Englisch

Eine Terminanfrage für ein Coaching-Gespräch flattert in meine E-Mail Inbox. Dass dieser Termin mein Leben für etwa 2 Jahre komplett verändern würde, konnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen.

Dieser Call war irgendwie anders als gewohnt und erst ganz am Ende rückte der Kontakt am anderen Ende mit der Sprache heraus, worum es ihm eigentlich ging. Er wollte mich zuerst „abchecken“ meinte er, als ich ihn dazu Monate später mal angesprochen hatte.

Er legte mir eine Geschäftsidee auf den Tisch, für die er einen Partner suchte. Sein Problem: der (4-stellige) Geldfluss war versiegt.

Es drehte sich um Amazon-Affiliate Marketing durch Google SEO (Suchmaschinenoptimierung), allerdings mit einer sehr speziellen Herangehensweise.

Klassisches Amazon-Affiliate Marketing durch SEO funktioniert grundsätzlich so:

1) Du baust dir eine Internetseite in einer speziellen Nische auf und rankst diese auf Google ganz oben, damit deine Inhalte gefunden werden. Das könnte z.B. eine Seite sein, die sich ausschließlich mit Kaffeemaschinen beschäftigt.

2) Auf dieser Seite stellst du hilfreiche Informationen zur Verfügung und empfiehlst passende Produkte.

3) Die Produkte verlinkst du auf Amazon, damit deine Seitenbesucher sie dort direkt finden und kaufen können.

4) Durch einen speziellen Affiliate-Link weiß Amazon, dass die Empfehlung von dir stammt und du bekommst dafür eine Provision.

So weit zum klassischen Amazon Affiliate Marketing. Was war also nun speziell?

Im Wesentlichen folgende zwei Dinge:

1) Die Art- und Weise, wie die Nischenseiten erstellt wurden

2) Die Geschwindigkeit, mit der diese Seiten auf Google ganz oben gerankt haben

Und noch eine Kleinigkeit: sein Amazon-Affiliate-Konto war gesperrt worden. Seine Versuche auf andere Konten auszuweichen scheiterten ebenfalls. Alle Konten wurden konsequent von Amazon gesperrt. Dieses Problem musste gelöst werden.

Was ihm fehlte war grundlegendes technisches Verständnis für Software im Internet und unternehmerische Erfahrung. Ich sah Potenzial, mögliche Lösungswege für die Kontosperren und erkannte dass man die Herangehensweise mit Programmierern stark automatisieren und skalieren konnte.

Was war passiert? Und wie kam es dazu, dass wir wenig später Millionenumsätze auf Amazon ausgelöst haben?

Die Essenz aus zwei Jahren Amazon-Affiliate Marketing

Wir legten kurz darauf gemeinsam los und eine wilde Achterbahnfahrt nahm ihren Lauf.

Das Projekt war zu diesem Zeitpunkt vereinfacht dargestellt wie folgt aufgebaut:

Es gab ein paar Handvoll WordPress-Webseiten auf Domains, die so ähnlich hießen wie „jetzt-zu-top-preisen-kaufen.de“ oder „schnaeppchenland.de“. Es waren simple Produktratgeberplattformen. Man sah sofort: das Design war nicht wichtig.

Hier ist, was wichtig war: Die Seiten haben auf Google sehr weit oben gerankt. Zumindest einige der jeweils tausenden Unterseiten. Jede Unterseite war mit Produktinformationen von ca 50 sehr ähnlichen Produkten befüllt, die für sogenannte „Long Tail“-Keywörter rankten.

Ein „Long Tail“-Keyword ist ein sehr spezifisches Keyword, das auf Google wenig umkämpft ist. Beispiel: „Anti-Killer-Clown-Spray 300x“. Hier drehte sich alles um extrem spezifische Produktbezeichnungen.

So weit so gut – aber warum wurden die Affiliate-Konten von Amazon gesperrt?

Gute Frage, denn diese Problematik wollten wir zuerst ganz normal über den Amazon-Support lösen. Das war leider aussichtslos, denn dort kam nach langer Wartezeit immer nur die selbe Standard-Antwort mit Verweis auf die Richtlinien.

Diese Richtlinien waren aber teilweise so uneindeutig, dass wir es trotz aller Bemühungen unsererseits nicht geschafft haben, die nötigen Korrekturen vorzunehmen. Weiter wurde darauf verwiesen, dass geschlossene Konten geschlossen bleiben. Tausende Euros lagen auf den Konten und wurden von Amazon einbehalten.

De facto hieß das für uns erst mal für mehrere Monate (während wir bereits an einem PlanB arbeiteten – dazu später mehr): neue Affiliate-Konten über Partner organisieren, angepasste Webseiten bauen und auf Google ranken, Umsatz auf den Konten generieren, und dann: KONTO VON AMAZON GESCHLOSSEN.

Besonders weh tat das im Weihanchtsmonat, in dem wir mehr als 50.000 € Provisions-Umsatz gemacht hatten. Alleine im Dezember hatten wir also auf Amazon zwischen 1 Mio. und 1,5 Mio. € Umsatz generiert.

In Summe hat also Amazon erst mal mehr als 100.000 € Provisionen von uns einbehalten. Das war sehr bitter, denn wir hatten auch Kosten:

  • Neue Domains mussten gebucht werden.
       
  • Produktinformationen mussten besorgt werden
  • Programmierer mussten bezahlt werden
       
  • Serverkosten mussten gedeckt werden.
       

Davon, dass wir irgendwann nicht mehr wussten, wovon wir Miete bezahlen und uns was zu Essen kaufen sollen, will ich hier gar nicht reden. Wir haben ALLES investiert. Und alles was raus kam haben wir sofort wieder re-investiert.

Wenn Amazon dir nicht hilft, dann hilf dir selbst

Wir hatten es wirklich versucht nach Amazons Richtlinien zu arbeiten, aber unsere Anfragen nach Hinweisen für konkrete notwendige Verbesserungen blieben unbeantwortet. Also musste PlanB her: wir mussten Amazon austricksen.

Die Idee:

Wie bauten konzeptionell ein völlig unscheinbares Produktportal aus dem Internet nach, das gut mit dem Amazon Programm zu funktionieren schien. Problem dabei: das Ding konnte uns dann aus verschiedenen Gründen nicht so auf Google ranken, wie wir es wollten.

Die Lösung:

Wir nutzten diese Seite als „trojanisches Amazon-Pferd“, und zwar so:

Zu dieser Zeit hatten wir bereits mehr als 1.000 Internetseiten mit jeweils ca 50.000 Unterseiten ins Internet gejagt, die auf Google für die unterschiedlichsten Produkte ganz oben gerankt haben.

Besonders spannend dabei war, dass wir teilweise sogar über Amazon gerankt haben!

Nun haben wir ganz einfach die bestehenden Besucherströme durch unsere „trojanisches Amazon-Pferd“-Portal zu Amazon hindurchgeleitet.

Für Amazon sah es also so aus, als würden die Besucher direkt von der Seite kommen, die jedoch in Wahrheit gar nicht auf Google gerankt hat.

Das hat zwar auch nicht immer perfekt funktioniert, aber es hat bereits sehr gut funktioniert und es kam bereits viel mehr Geld auf unseren Bankkonten an. Doch nun gab es ein neues Problem: es war aus verschiedenen Gründen schwerer Skalierbar.

Dieses Skalierungsproblem konnten wir später durch einen weiteren Partner im Boot (einem der größten Amazon-Partner im deutschsprachigen Raum) auflösen. An dieser Stelle nochmal vielen herzlichen Dank!

Erleichterung im Projekt-Team

13 Monate nach dem gemeinsamen Projektstart: wir hatten es geschafft und einen weiteren wichtigen Puzzlestein eingefügt. Dieser sorgte dafür, dass wir die monatlichen 5-stelligen Provisionen zu 100 % auf unseren Bank-Konten eingehen hatten. Also haben wir weiter skaliert.

Zu dem Zeitpunkt an dem ich, nach etwa 2 Jahren dranbleiben und durchackern durch Verkauf meiner Anteile aus dem Projekt ausgestiegen bin hatten wir:

  • Ca. 5.000 Internetseiten durch unsere Software aufgebaut (die meisten davon jeweils einer eigenen .de Domain)
       
  • Zwischen 100.000 und 300.000 Besucher pro Monat generiert
       
  • In den letzten 12 Monaten mehr als 300.000 € Provisionen erwirtschaftet
       
  • Extrem viel gelernt
       

Und vor Allem: wir hatten das vermeintlich unüberlebbare überlebt. Wir hatten wieder was zu Essen :-)!

Was aus so einem unscheinbaren Coachingcall alles werden kann! An dieser Stelle nochmal vielen Dank für die Achterbahnfahrt! Ebenso Danke an unseren Mentor, ohne den viele Hürden vielleicht unüberwindbar gewesen wären.

Warum ich dieses Amazon-Affiliate Geschäftsmodell nicht mehr machen würde

Erstmal bin ich froh, dass ich es gemacht habe. Alleine aufgrund der gesammelten Erfahrungen ist das von unschätzbarem Wert. Mit genügend Abstand im Nachhinein betrachtet, war es aber für mich persönlich auch richtig aus dem Projekt raus zu gehen, weil:

  • Ich mit der Entwicklung der Projektpartnerschaft nicht mehr glücklich war
       
  • Weil das Geschäftsmodell für mich nicht nachhaltig genug war (wir mussten neben Amazon auch Google technisch austricksen, was aber auch immer wieder zu unberechenbaren Fluktuationen führte)
       
  • Amazon die Affiliate-Komissionen immer weiter kürzt
       
  • Die Webseiten selber keine Qualitätswebseiten waren, sondern sich alles zu reiner technischer Automatisierungs- und Optimierungsarbeit verlagert hatte
       
  • Mir andere Formen des Marketings mehr Freude bereiten und ebenso zu Erfolgen führen, die richtig Spaß machen
       
  • Bei dieser Art von „Blackhat-SEO-Taktiken“ (also eben in diesem Fall Google und Amazon technich auszutricksen) sehr viel Geheimniskrämerei um das Know-How gemacht wird und ich meine Erkenntnisse grundsätzlich lieber teile
       
  • Mir klar geworden ist, dass ich erst mal keine Projektbeteiligungen in dieser Form (50/50- , 70/30-Projektbeteiligungen etc) mehr machen möchte, in dem das selbe Team und die selben Resourcen geteilt werden. Stattdessen baue ich wieder mein eigenes Unternehmen mit meinem eigenen Team aufbaue und in dieser Form helfe ich gerne als externer Partner anderen Unternehmen beim wachsen.

Was ich jetzt stattdessen mache und warum

Abgesehen davon, dass ich mir meinen Traum vom jahrelangen Weltreisen und Leben auf der Karibikinsel bereits vor längerer Zeit erfüllt habe und grundsätzlich zutiefst glücklich bin: folge ich auch in der Karriere weiter vollauf meinem Herzen. Konkret bedeutet das jetzt gerade, dass ich:

  • Eine exklusive Agentur für Google und Social Media Marketing aufbaue, um an langfristigen Qualitätsprojekten zu arbeiten. Ich darf mich bereits über eine wunderbare Zusammenarbeit mit einem ersten größeren Lieblingskunden freuen, dem meine Agentur dabei helfen darf seine Marke im Internet auszubauen.
       
  • Meine eigenen Social Media Kanäle aufbaue auf denen ich mein Wissen und meine Erfahrungen in den Bereichen Onlinemarketing, Business, Persönlichkeitsentwicklung teile.
       
  • In einem beschränkten Ausmaß wieder professionelles Mentoring für Menschen anbiete, die ihren nächsten Durchbruch im Leben schaffen möchten: denn du verschwendest täglich deine Lebenszeit, wenn du nicht deinen Traum lebst – und ich helfe dir, deinen Arsch in Bewegung zu bringen, dein Mindset auf Spur zu bringen und gebe dir die nötigen Strategien an die Hand, damit du alles erfolgreich radikal zu tansformierst.
       
  • Mein erstes Buch schreibe.

Ich glaube ganz fest daran, dass es im Leben darum geht, den Mut zu haben für seine Träume einzustehen und glücklich zu sein, um es mit anderen zu teilen.



 

2 Gedanken zu „Wie wir in weniger als 2 Jahren über 10 Mio € auf Amazon umgesetzt und monatlich 5-stellige Kommissionen über das Affiliate Programm generiert haben (und warum ich das so nicht mehr machen würde)

  1. Christoph Antworten

    Danke für den Einblick! Klingt nach interessanten Erfahrungen die du gemacht hast.

    • Robert Roth Autor des BeitragesAntworten

      Hey Christoph. Ja, vielen Dank – und du hast gleich offiziell den ersten Kommentar auf meinem Blog ergattert :D! Lg, Robert

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*